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Physikalische und rehabilitative Medizin - PRM

 
  Die PRM ist in allen europäischen Ländern mit Ausnahme von Dänemark und Malta ein unabhängiges medizinisches Fachgebiet. In der Bundesrepublik Deutschland wurde dieses Fach mit der neuen Facharztweiterbildungsverordnung 1993 etabliert, seit 1997 besteht für Fachärzte die Möglichkeit der Niederlassung.

Die Weiterbildung zum Facharzt dauert fünf Jahre und umfasst als interdisziplinäres Fach neben den Fachgebieten physikalische Medizin und Rehabilitation auch eine spezifische Weiterbildung in Innerer Medizin, Neurologie und Orthopädie. Diese fachübergreifende Ausbildung ermöglicht ein breites Spektrum bei der Erkennung und Behandlung von Funktions- und Strukturstörungen der verschiedenen Organe und Organsysteme. Diese Ausbildung erklärt aber auch, dass es innerhalb des Fachgebietes nochmals Schwerpunkte gibt, nämlich Orthopädie, Neurologie und innere Medizin, und hier besonders Herz-Kreislauferkrankungen.

Laut Definition beschäftigt sich die physikalische und rehabilitative Medizin mit der Förderung der körperlichen und kognitiven Funktionsfähigkeiten der Patienten, deren Aktivitäten und deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unter Einbeziehung der persönlichen und der Umweltfaktoren. Es ist somit für die Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation für Menschen in allen Altersgruppen zuständig.

Das biopsychosoziale Modell der Behinderung findet dabei seine Anwendung. Das heißt, bei dem Patienten werden seine persönlichen Fähigkeiten und Funktionsdefizite in Verbindung mit dessen familiären, beruflichen und Umweltfaktoren bewertet. Man bezeichnet diese Faktoren auch als Kontexfaktoren.
Eine intensive Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachgebieten, aber auch mit allen anderen für die Rehabilitation zuständigen Bereichen, bildet die Grundlage einer intensiven Betreuung des Patienten.
Der ganzheitliche Ansatz bei der Behandlung von Patienten mit akuten oder chronischen Störungen ist ein wesentliches Kennzeichen des Fachgebietes. Dabei versteht der Arzt für PRM seine Tätigkeit prinzipiell nicht primär organspezifisch, sondern diagnostisch und therapeutisch fach- bzw. indikationsübergreifend.
Vertraut mit den Verfahren der Rehabilitation, sowie mit den Therapiemethoden der physikalischen Medizin, Arznei- und Hilfsmitteltherapie, der psychosomatischen Grundversorgung, Schmerztherapie, Akupunktur und manuellen Medizin betreut der Facharzt für PRM Patienten mit sehr unterschiedlichen Erkrankungen und Funktionsdefiziten. Ein funktionelles Denken ist dabei wesentliche Voraussetzung der ärztlichen Tätigkeit.

Das Fachgebiet wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Dies ergibt sich u.a. aus der Tatsache der Alterspyramide der Bevölkerung und der Verbesserung der intensivmedizinischen Betreuung der Patienten mit nachfolgenden Leistungsdefiziten. Wichtig wird in zunehmendem Maße die Prävention, d.h. die Krankheitsvorbeugung. Wir sind alle aufgerufen, z.B. durch eine gesunde Lebensweise, dazu beizutragen.
 
 


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